Dein Welpe frisst nicht: 4 mögliche Ursachen und Maßnahmen

Alles ist vorbereitet: Das Körbchen steht bereit, die Näpfe sind gefüllt und dein neuer Mitbewohner wird sehnlichst erwartet. In den ersten Tagen nach dem Einzug steht vor allem die Eingewöhnung im Vordergrund. Dazu gehört auch, dass dein Welpe regelmäßig frisst. Was passiert jedoch, wenn das nicht so recht funktionieren will? Ist es das neue Zuhause, ein anderes Futter oder der stählerne Napf? Die Ursachen für die Appetitlosigkeit deines Welpen können verschieden sein. Deswegen haben wir jetzt für dich 4 mögliche Ursachen und Maßnahmen aufgelistet, die dir dabei helfen, deinen Welpen besser zu verstehen und zum Fressen zu motivieren.

1. Dein Welpe verträgt sein Futter nicht

Eine häufige Ursache für die Fressunlust bei Hunden ist, dass sie ihr Futter nicht vertragen. Nicht immer werden Futtermittelallergien und Unverträglichkeiten sofort erkannt. In der Regel zeigt dein Welpe durch Durchfall und Bauchschmerzen nach dem Essen, dass ihm seine Welpennahrung nicht bekommt. Eine Allergie oder Intoleranz können du und dein Tierarzt durch Bluttests und eine Ausschlussdiät ermitteln.

Das kannst du tun, wenn dein Welpe eine Futtermittelallergie hat!

Leidet dein Welpe tatsächlich unter einer Allergie, gilt es, die Substanz zu ermitteln, die das Unwohlsein und die Bauchschmerzen auslöst. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um ein Protein (z. B. Rind, Huhn oder Gluten), das der Körper deines Welpen nicht ordentlich verdauen kann. Aber auch Zuckermoleküle wie Laktose können Auslöser einer Unverträglichkeit sein, da nicht genügend Enzyme zur Spaltung dieser Substanzen produziert werden. Nachdem du herausgefunden hast, was genau deinem Welpen nicht bekommt, solltest du ein Futter wählen, das frei von dieser Zutat ist.

2. Deinem Welpen schmeckt sein Futter nicht

In den meisten Fällen bekommst du vom Züchter, dem Tierheim oder Vorbesitzer für die ersten Tage das Welpenfutter, das dein Junghund bis dato gefressen hat. Wenn du dann Schritt für Schritt auf ein anderes Futter umstellen willst, kann es sein, dass dein Welpe seine Nahrung verweigert, da ihm sein neues Futter nicht schmeckt. Häufig passiert das beim Wechsel von Nass- zu Trockenfutter. Nassfutter wird von vielen Hunden bevorzugt, da es mehr Geschmack hat und saftiger ist. Darüber hinaus solltest du immer die richtige Futtermenge für deinen Welpen im Auge behalten. Nicht immer passen die Empfehlungen auf den Futterverpackungen zu den individuellen Bedürfnissen deines Hundes. Wenn dein Welpe also z. B. einfach nur satt ist, empfiehlt es sich, die Portionen zu verkleinern, bevor du das komplette Futter wechselst.

Das kannst du tun, wenn dein Junghund ein Gourmet ist!

Beim Wechsel auf eine andere Hundefuttermarke bemerkst du, dass deinem Welpen das neue Futter nicht schmeckt? Bevor du wieder die Marke wechselst, probiere zunächst eine andere Geschmacksrichtung aus. Wenn dein Junghund diese frisst, weißt du, dass nicht die neue Marke das Problem ist, sondern der Geschmack. Wenn dein Welpe also kein Wild mag, kannst du beim nächsten Einkauf einfach darauf achten, kein Wild zu kaufen.

Aber Achtung: Lass dich nicht von deinem Welpen erziehen!
Viele Hunde testen (vor allem in der „Pubertät“) ihre Grenzen aus und beobachten, was du tust, wenn sie die Nahrung verweigern. Leider tendieren viele Hundebesitzer*innen dazu, ihrem Welpen immer besseres, immer leckereres Futter anzubieten in der Hoffnung, dass er dieses dann frisst. Das merkt sich dein Sprössling! Es könnte passieren, dass er durch die Nahrungsverweigerung versucht, dich zu erziehen und auf besseres Futter spekuliert.

3. Dein Welpe ist krank.

Eine der häufigsten Ursachen dafür, dass dein Hund nicht frisst, ist, dass ihn Bauchschmerzen plagen und er sich unwohl fühlt. Die Fressunlust kann durch Stress entstehen. Aber nicht immer ist Trubel die Ursache. Wie beim Menschen muss sich auch das Immunsystem deines Welpen erst aufbauen, stärken und stabilisieren. Deswegen kann es immer mal vorkommen, dass sich dein Welpe einen Schnupfen oder eine Grippe einfängt. Auch Magen-Darm-Infekte, deren Symptome Durchfall, Bauchweh und Erbrechen sind, sorgen dafür, dass dein Welpe nicht ordentlich frisst. Für gewöhnlich klingen die Symptome eines Infektes nach wenigen Tagen wieder ab, da das Immunsystem fleißig Antikörper entwickelt. Neben der klassischen Grippe können aber auch andere Erkrankungen oder gesundheitliche Einschränkungen für die Fressunlust deines Welpen verantwortlich sein:

  • Vergiftungen
  • psychische Erkrankungen (ausgelöst durch Stress oder Verlustängste)
  • extremer Milbenbefall (z. B. Ohrmilben oder Räudemilben)
  • Entzündungen in Maul, Hals oder Speiseröhre
  • Verschlucken von Fremdkörpern
  • hormonelle Veränderungen (vor allem bei Weibchen die erste Läufigkeit, Trächtigkeit oder Scheinschwangerschaft)

Das kannst du tun, wenn dein Hund erkrankt ist

Ganz gleich, welche Erkrankung deinen Schützling plagt: Der Tierarzt bleibt die einzige seriöse Anlaufstelle, um zu klären, was deinem Welpen fehlt. Vor allem bei Durchfall solltest du nicht zu lange zögern. Durchfall kann für Welpen schnell gefährlich werden, da sie Gefahr laufen, zu dehydrieren. Aber auch andere Erkrankungen sollten schnellstmöglich von deinem Tierarzt behandelt werden, sodass dein Hund einerseits keine gesundheitlichen Einschränkungen mehr hat und andererseits wieder regelmäßig frisst.

4. Der Zahnwechsel bereitet deinem Welpen Probleme

Welpen tauschen während des 1. Lebensjahres ihre Milchzähne gegen ein adultes Gebiss. Die 28 kleinen, spitzen Milchzähne lockern sich ungefähr ab dem 4. Lebensmonat. Der Zahnwechsel zu den 42 bleibenden Zähnen dauert ungefähr 3 Monate. Mit 7 Lebensmonaten hat dein Welpe sein Gebiss vollständig ausgebildet. Oftmals bemerken Hundebesitzer*innen den Zahnwechsel ihres Welpen gar nicht, außer wenn ihr Schützling vermehrt kaut oder seine Nahrung verweigert.
Der Grund dafür ist, dass der Zahnwechsel manchmal zu Problemen führen kann. Zahnschmerzen, Durchfall oder (sehr selten) Fieber können die Gesundheit deines Welpen stark belasten.

Das kannst du tun, wenn dein Welpe Zahnweh hat

Wenn die Zahnschmerzen das Leben deines Schützlings erheblich einschränken oder es eventuell sogar passiert, dass die Milchzähne nicht ordentlich ausfallen, während neue Zähne bereits nachkommen, solltest du deinen Tierarzt kontaktieren. Damit die bleibenden Zähne in der richtigen Position wachsen können, müssen die Milchzähne weichen – wenn nötig, durch eine Operation. Darüber hinaus bietet es sich an, deinem Welpen Kauspielzeuge (wie Kauwurzeln, Kaffeeholzstäbe oder Tauspielzeuge aus Hanfseil) oder Kausnacks zur Verfügung zu stellen. Das Kauen auf diesen Gegenständen und Snacks lockert die Milchzähne und stimuliert das Zahnfleisch deines Welpen.

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